Grundlagen / Haltungen

Die Michael-Friedrich-Wild-Grundschule durchläuft seit 2002 einen umfassenden und auf dem Ansatz der „Lernenden Schule“[1] basierenden Prozess der Schulentwicklung, der zu Beginn eher konzeptionell auf die Entwicklung eines Schulprogramms mit Leitbild (Schj. 2006/07) ausgerichtet war.

Grundlage und Haltung aller Prozesse ist das Motto „Betroffene zu Beteiligten machen“, was neben der Einbeziehung des nicht-lehrenden Personals natürlich eine intensive Elternarbeit miteinschließt. Im Zusammenhang mit o.g. Thematik bedeutet dies auch konkret, dass alle wesentlichen Schritte der Schulentwicklung in themenbezogenen Gruppen (z.B. Einführung der Sozialprojekte, Erarbeitung des Schulversuchs-Konzepts oder auch die Implementierung der Schulordnung u.a.) gemeinsam mit Lehrkräften und Eltern diskutiert und entwickelt wurden. Zudem waren jedes Mal alle Gremien der Schulgemeinschaft involviert.

Im Schuljahr 2002/03 war zunächst die Umstrukturierung der damaligen „D/F-Klassen“ aufgrund ihrer Zusammensetzung und Klassenstärke, die vom Kollegium und der Schulleitung als unangemessen und nicht mehr zeitgemäß betrachtet wurde, oberste organisatorische Priorität. Parallel begann die inhaltlich-konzeptionelle Ausgestaltung des „Müllheimer Konzepts“, das das bis dahin geltende „Müllheimer Modell“ ablöste.

Im Bereich der Teamentwicklung galt es zunächst, die neue Zusammensetzung der Schulleitung sowie die Veränderungen im Kollegium wahrzunehmen und zu gestalten. Neue Führungs-und Kooperationsformen wurden gefunden, nach zahlreichen Gesprächen eingeführt und entsprechend erweitert. Eine neue Konzeption der Elternarbeit wurde entwickelt und nach und nach installiert.

Nach einem fast kompletten Umbau des Kollegiums (Generationenwechsel) und drei Wechseln in der stellvertretenden Schulleitung wurde dieser Prozess von der Weiterentwicklung des Unterrichts (z.B. der Implementierung des QUS-Instruments) sowie der Schaffung von Strukturen der Umsetzung des Erziehungauftrags[2] flankiert.

Zu Themen der Teamentwicklung, insbesondere der konstruktiven Gestaltung des Generationenwechsels im Kollegium und der Entwicklung eines gemeinsamen Werteverständnisses wurden das Kollegium und die Schulleitung professionell durch pädagogische Beraterinnen und Berater des Regierungspräsidiums begleitet. Die Verständigung auf einen gemeinsamen Werte-Katalog anlässlich mehrerer pädagogischer Nachmittage und pädagogischer Tage (Schj. 2005/06), die Einführung gemeinsamer Regeln und Rituale des Miteinanders (Schj. 2012/13) sowie die Entwicklung einer Feedback-Kultur und demokratischer Strukturen hinsichtlich der Mitbestimmung der Kinder (Schj. 2010/11) im Gremium der Klassensprecherversammlung unterstreicht die von christlich-humanistischen Werten geprägte Schulkultur. Auf der Ebene der Klassen existieren ein Klassenrat oder vergleichbare Möglichkeiten der Reflexion des sozialen Verhaltens sowie des Übens von Konfliktlösestrategien. Diese sind ergänzt durch ein curricular angelegtes Sozialkompetenz-Training im Tandem mit der Schulsozialarbeiterin (Schj. 2012/13).

Ebenso wurde das Kollegium bezüglich der Entwicklung des Schulversuchs wie auch themenbezogen – je nach Wünschen der Lehrkräfte – immer wieder extern begleitet, was sich unter dem Begriff „personal mastery“ Peter Senges[3] subsummieren lässt.

Somit lassen sich die fünf von Peter Senge[4] genannten Disziplinen den Maßnahmen der Schulentwicklung und des Qualitätsmanagement an unserer Schule wie folgt zuordnen:

Personal Mastery – individuelle Selbstverbesserung

  • regelmäßige Gespräche zwischen der Schulleitung und den Lehrkräften zur Personalentwicklung und Fortbildungsplanung/fest installierte Kollegensprechstunden
  • kollegiale Unterrichtshospitation (QUS) als implementierter Standard, aber auch auf individuellen, themenbezogenen Wunsch
  • Angebot beratender Unterrichtsbesuche durch die Schulleitung
  • Kooperationszeiten und Jahrgangsstufenkonferenzen mit der Möglichkeit der Fallbesprechung
  • Fortbildungskonzeption (vgl. …)
  • Einbeziehung von Experten, schulintern oder extern, zur Weiterqualifizierung der Lehrkräfte und der Schulleitung (Fortbildungen, Coaching, Fallbesprechungen etc)

 Mentale Modelle

  • Entwicklung eines gemeinsamen Werte-Verständnisses und einer gemeinsamen erzieherischen Grundhaltung (z.B. Leitbild, Inklusion, interkulturelles Lernen, demokratische Strukturen als Bereicherung des Schullebens)
  • Gemeinsames Bewusstsein über das Spannungsfeld „pädagogische Freiheit – schulische Standards“
  • Installierte Kooperationszeiten zu Themen der pädagogischen Haltung und erzieherischen Grundfragen (z.B. Inklusion, Schulordnung, Busregeln, Klassensprecherversammlung, Hausaufgaben)
  • Verinnerlichter Prozesscharakter schulischer Arbeit mit dem Motto „gemeinsam unterwegs sein“

 Gemeinsame Vision

  • Grundlage und Voraussetzung unserer Arbeit ist ein lebensbejahendes, konstruktivistisches und humanistisch geprägtes Menschenbild
  • Das Leitbild sowie die Weiterentwicklung des Schulprogrammes entstanden durch einen mehrjährigen Prozess der Miteinbeziehung aller am Schulleben Beteiligter
  • Kontinuierliche Reflexion über Fragen wie z. B. „Wie können wir unsere Leitsätze und unsere Vision einer guten Schule stetig verbessern?“ (vgl. 4. Konzept der Schule)

 Lernen im Team

  • Kooperationsfähigkeit und das Gefühl, dass Teamarbeit in verschiedenen Konstellationen eine Bereicherung für das eigenen Arbeiten, aber auch für die Schule als lernende Organisation darstellt, wird von den Beteiligten angenommen und umgesetzt.
  • Die Teampartner verständigen sich eigenverantwortlich und themenbezogen auf die Form der Zusammenarbeit, die sich aber an den Gelingensfaktoren der Teamentwicklung nach Elmar Philipp[5] orientiert.
  • Reflexion des Unterrichts im Team schafft Synergien, setzt sie frei und unterstützt die persönliche Unterrichtsentwicklung der einzelnen Lehrkraft.

 Denken in Systemen

  • Bei allen Entscheidungen und Planungen wird die Schulgemeinschaft als ganzheitliches System betrachtet.
  • Wirkmechanismen und das zu erwartende Verhalten werden beschrieben und allen Gruppierungen der Schule transparent gemacht. Dies gilt v.a. für sämtliche Erziehungsprozesse (z.B. Klassenrat, Feedback, Klassensprecherversammlung), aber auch für Planungen zur Umsetzung des Schulprogrammes (z.B. Sozialprojekte, Inklusion, deutsch-französische und interkulturelle Zusammenarbeit)
  • Auftretende Schwierigkeiten sowie Probleme werden systemisch und als Lernchance für die Beteiligten betrachtet (z.B. positive Fehlerkultur)

 


[1] Vgl. Peter Senge: Das Fieldbook zur fünften Disziplin. 5. Auflage. Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2004

[2] Vgl. www.bildungsstandards-bw.de/ MKS: Bildungsplan Grundschule. Neckar-Verlag,Stuttgart 2004

[3] Vgl. Peter Senge: Das Fieldbook zur fünften Disziplin. 5. Auflage. Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2004

[4] Ebda.

[5] Elmar Philipp: Teamentwicklung in der Schule: Konzepte und Methoden. Beltz-Verlag. Weinheim/Basel 1996

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